Die schönsten 10 Meilen der Welt

Die schonsten 10 Meilen der Welt10 Meilen oder 16.093 km in und um Bern bieten den äußeren Rahmen für eine Laufveranstaltung der besonderen Art. Sie führen den Läufer über die zehn schönsten Meilen der Welt. Die Strecke gilt nicht nur als außergewöhnlich schön, sondern auch als durchaus anspruchsvoll und führt über Asphalt, Kopfsteinpflaster und Naturwege vorbei an vielen wundervollen Sehenswürdigkeiten der Schweizer Stadt.

Auf den letzten Kilometern der Strecke geht es leicht bergauf, der Läufer ist also bis zum Ende gefordert. An der Laufveranstaltung nehmen regelmäßig ca. 30.000 Sportler teil, während über Hunderttausend Zuschauer am Straßenrand stehen und anfeuern. Welch ein Erfolg! Bei der ersten Veranstaltung 1982 gab es gerade einmal 3.139 Teilnehmer und etwas gleich viele Zuschauer. Inzwischen wurde das jährliche Spektakel, bei dem Leistungssportler und Breitensportler nebeneinander antreten, zu einer der der wichtigsten Sportveranstaltungen der Schweiz.

Der „Grand Prix von Bern“ besteht eigentlich aus drei verschiedenen Veranstaltungen. 4.7 Kilometer führen nur durch die Altstadt. Dann gibt es noch das nur 1.6 Kilometer lange Bärenrennen für die Kinder und natürlich die inzwischen legendären 10 Kilometer, die durch die Altstadt, die schönsten Stadtteile und an den wichtigsten Sehenswürdigkeiten vorbeiführen. Unterwegs gibt es reichlich Verpflegungsstation mit Wasser oder Iso-Getränken

Die Rennstrecke und ihre Sehenswürdigkeiten

Die Strecke beginnt am Guisanplatz mit seiner berühmten, im klassizistischen Stil erbauten Militärbibliothek und führt über die Aargauerstalden zur Kramgasse und dem Glockenturm Zytglogge. Bei den Aargauerstalden kommen die Läufer zum ersten Mal in die Nähe des Bärengraben, einem alten Bärenpark am Ufer der Aare. Der Bärenpark zählt zu den ältesten Tierparks der Welt, und nur noch der größere Bärengraben wird heute von den Tieren genutzt. Die Zytglogge ist eines der Wahrzeichen der Stadt. Der Glockenturm wurde als Wehrturm zwischen 1219 und 1220 erbaut, nach einem Brand 1405 neu aufgebaut.

In seinen Wänden sind mehrere interessante Uhren eingelassen, und normalerweise bleibt man hier stehen und bewundert und studiert das hübsche Bauwerk aus dem Mittelalter.

Aber die Läufer des großen Rennens können höchstens ein kleine Pause einlegen, um etwas Wasser zu trinken, denn schon geht es weiter zum Altstadtviertel Matte, wo es einst viele Badehäuser gab, in denen sogar Casanova verkehrte. Matte hat seine eigene Geschichte, es ist das urigste Viertel von Bern und liegt auf einer kleinen Halbinsel des Flusses. Früher legten hier die Flößer an, und in den kleinen Häusern lebten Fischer und Fuhrleute. Aus dem Arme-Leute-Viertel von einst wurde inzwischen eine der schicksten Ecken der Stadt überhaupt.

Stehenbleiben darf der Läufer auch hier nicht, es geht weiter nach Marzili, dem schönsten Flussbad der Welt. Seit 700 Jahren wird hier schon gebadet und geschwommen, und im Hochsommer lockt es täglich Hunderte von Menschen an.

Die Strecke führt anschließend über den grünen Dalmaziquai entlang der Aaare, und vorbei am Tierpark bis hin zum Dählhölzliwald. Der Dählhölzliwald ist eine der grünen Lunge der Stadt, hier geht man spazieren oder kehrt nach einem Besuch im benachbarten Tierpark in einem der netten Restaurants ein. Nirgendwo gibt es so gute Rösti, wie genau hier!

Nun ist die Strecke zur Hälfte zurückgelegt, und wahrscheinlich denken viele der Läufer, wenn sie hier vorbeikommen, wie gut nun ein Rösti schmecken würde. Aber es hilft nichts! Wer auf sich hält, holt einmal tief Luft und läuft weiter. Für die Profis unter den Läufern gibt es sowieso kein Zögern und kein Zaudern. Schließlich sind sie in die Schweizer Hauptstadt gereist, um die zehn schönsten Meilen der Welt mit einer persönlichen Bestzeit zu meistern!

Der nächste Punkt bei dem Rennen ist der Stadtteil Kirchenfeld, ein Viertel, in dem von Anfang nur wohlhabende Schweizer lebten, da es per Verordnung verboten war, Fabriken und Werkshallen zu errichten. Die feinen Fassaden rechts und links der Straßen erzählen eine Geschichte von Wohlstand und Ruhe. Über die Monbijoubrücke geht es über die Aare zurück Richtung Altstadt. Von der Brücke aus hat man einen phantastischen Ausblick über die Stadt. Die Brücke ist nach einem alten Landhaus in der Nähe benannt, wurde aber erst 1962 gebaut. Sie ist also noch relativ neu.

Nach dem Bürenpark – einer weiteren grünen Lunge der Stadt – geht es vorbei am Sulgeneck bis zum Bundesplatz und der Kochergasse.

Der Bundesplatz ist das Herz der Stadt, mit seinem Bundeshaus, in dem die Regierung und das Parlament der Schweizerischen Eidgenossenschaft ihren Sitz haben. Erhaben dominiert es mit seiner grünen Kupferkuppel den ganzen Platz. Rechts davon ist ein fast genauso wichtiges Gebäude: Die Schweizer Nationalbank. Die Läufer sind nicht nur im Zentrum der Stadt, sondern laufen praktisch direkt an den beiden wichtigsten Schaltzentralen der ganzen Schweiz vorbei! 2004 wurde der Bundesplatz liebevoll restauriert, und heute ist er kein überfüllter Parkplatz mehr, so wie früher. Heute ist der Bundesplatz ein schmuck angelegtes Zentrum mit Wasserfontänen, Brunnen und regelmäßig stattfindenden Märkten.

Der Kreis des Laufs schließt sich langsam, denn als nächstes kommen die Läufer zurück zur Zytglogge, nun sehen sie den alten Glockenturm von der anderen Seite. Und ja! Er ist von hinten genauso hübsch, wie von vorne. Durch die Kramgasse geht es noch einmal zur Aare und über eine Brücke hinüber zum alten Bärengraben. Das Wasser der Aare funkelt flaschengrün, die Bären schauen vorsichtig aus ihren Gehegen. So viel Lärm und so viele Menschen erleben sie nur einmal im Jahr! Bei der Laufveranstaltung „Die 10 schönsten Meilen der Welt“. Dann ist hier sozusagen der Bär los.

Über die Kreuzung Rosengarten mit seinen Wohnhäusern kommen wir dem Ende immer näher.
Und da ist es auch schon, das Ende: Die Mingerstraße mit ihrer alten Kaserne und den großen Sportplätzen und Wiesen, auf denen sich die Läufer endlich ihre wohlverdiente Pause gönnen können!

Die Bestzeiten lagen bei den Männern in den letzten Jahren bei ca. 48 Minuten, bei den Frauen bei 56 Minuten. Aber darum geht es eigentlich nur den Elitesportlern, die Bestzeiten anstreben. Bei diesem Grand Prix gilt das gleiche, wie bei allen anderen Städtemarathons und Lauf-Wettbewerben dieser Welt: Dabeisein ist alles!